Montag, 4. Juni 2007

Die Amischen

Die Amischen sind eine fundamentalistische Sondergruppe. Ihr Gründer war ein Mennoniten-Ältester
im Emmental um das Ende des 17. Jhdt. rum. Er dachte sehr radikal und meinte ein wahrer Christ müsse die Bescheidenheit in Person sein. Schlichtheit und Bescheidenheit waren für ihn und seine Anhänger das Allerwichtigste. Um sich darin zu üben, sollten die Menschen seiner Meinung nach neue Moden bekämpfen, "weil Moden nur den Hochmut reizen." So verabscheuten die Amischen z.B. Knöpfe an ihrer Kleidung, die zu dieser Zeit sehr modern wurden.
Wer sich nicht an die Anordnungen Amanns hielt wurde verbannt.
Der Verzicht auf die Entfaltung der Individualität des Einzelnen und die Integration in die Gemeinschaft wurden zu Symbolen der Schlichtheit und Bescheidenheit.

Da die Amischen mit ihren radikal-christlichen Vorstellungen nicht überall so gut ankamen, zogen sie nach 1700 in die Neue Welt, wo sie noch heute um Pennsylvania ihr Hauptverbreitungsgebiet haben.

Die Amischen haben keine Kirchen oder Gemeinschaftsräume; sie feiern und beten zu Hause und bei der Arbeit, um die Verbindung von Alltag und Gottesdienst zu demonstrieren.

Es gibt radikale bis liberale Amischen. Die radikalsten halten ihre dreistündigen Gottesdienste in einer altdeutschen Sprache, fahren Pferdekutschen und verzichten immernoch auf Knöpfe. Die Liberalen dagegen lassen einige Neuerungen zu und besitzten beispielsweise elektrisches Licht oder sogar ein Telefon.

Bemerkenswert ist, dass sich die Amischen nicht missionarisch betätigten. Ihre Gemeinschaft vermehrte sich durch Kindersegen. Nach drei Jahrhunderten bringt das allerdings verständlicherweise Innzucht mit sich.

Die Amischen sind keine "Gefahr" für Liberaldenkende oder Anhänger der Evolutionstheorie, so wie andere fundamentalistische Gruppen. Viel mehr sind sie selbst gefährdet, da sie sich mit aller Kraft von der Welt isolieren möchten, was jedoch nicht einfach ist. Oft werden sie nämlich gerade dadurch z.B. zu Touristenattraktionen.





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