Ich habe mir folgenden Artikel durchgelesen. Wolfram Weimer, Chafredakteur des Cicero, hat ihn verfasst:
http://www.cicero.de/97.php?item=1316&ress_id=4
Grob zusammengefasst geht es darum, dass die Religion in der westlichen Welt wieder an Bedeutung gewinnt. Er geht in diesem Artikel auf die positiven Aspekte ein, die die religiöse Rückbesinnung mit sich bringt. Ich finde den Artikel gut, jedoch würde ich es nicht ganz so positiv sehen wie er, und manche seiner Argumente finde ich eher an den Haaren herbeigezogen als erwiesen.
Seine Argumentation beispielsweise, dass sich durch die Rückkehr der Religion der innere Zusammenhalt der Gesellschaft verbessern könnte, glaube ich kaum, da es meiner Meinung nach heute nicht möglich ist, alle Menschen für Religion zu begeistern. Deshalb würde ich behaupten, dass es dann eher zu einer Parallelgesellschaft führen würde als zu einem einheitlicheren Staat.
Was ich jedenfalls als plausibel und sehr interessant erachte ist die Erklärung für die Ursache dieser neuen Religionsbegeisterung:
Das 20. Jahrhundert wurde durch Unmenschlichkeit und Faschismus geprägt. Die "Ethiklosigkeit" dieses Jahrhunderts hat eine Sehnsucht nach Gott hervorgerufen. Viele Menschen brauchen die religiöse Moral als ethischen Halt.
Außerdem sagt der Artikel, dass zum Beispiel die Naturwissenschaften immer mehr Glauben von den Menschen fordern:
Die Wissensgesellschaft wird immer komplexer, ihr Wissen immer größer, der Einzelne braucht deshalb immer mehr Glauben, um dem Wissen zu vertrauen. Da jeder Einzelne nur Spezialist für ein Detail der Wissensgesellschaft sein kann, wächst mit der Komplexität auch das Maß an Glauben.
Was ich noch interessant fand und sich auf meinen letzten Post bezieht ist eine anschauliche Erklärung von Intelligent Design anhand eines Beispiels (im Artikel ca. in der Mitte zu finden):
"Wenn jemand auf einer Wiese eine Uhr findet, so würden offenkundig das geplante und gebaute System von Zahnrädern und Federn sowie das Ineinandergreifen aller Elemente darauf schließen lassen, dass die Uhr von irgendjemandem geschaffen worden sei. Niemand würde glauben, dass die Uhr von selbst dorthin gelangt sein könnte. Wenn das aber schon für eine primitive Uhr gelte, wie könne man dass die unfassbare Komplexität der Natur und der Welt als selbst erstanden und strukturiert annehmen."
Antonia
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2 Kommentare:
Hallo Antonia,
zu der Sache mit der Unsicherheit: Auch für euch Jugendliche sind das Leben und die Welt unübersichtlicher geworden. Welche Wege schlagt ihr ein, um etwas Halt und Orientierung zu bekommen? Hier
http://ru-blue.de/wp/?p=32
findest du einen Hinweis auf eine interessante Seite.
Hallo.
Entschuldigung für die verspätete Antwort. Ich habe den Kommentar total vergessen.
Die Internetseite, auf die Herr Franz verwiesen hat, ist wirklich interessant. Sie handelt von Jugendlichen, die sich dem Gothic verschrieben haben. Anscheinend finden sie dadurch ihren Halt.
Ob das positiv ist, ist eine andere Frage, jedoch ist es ein gutes Beispiel dafür, dass jeder zu einer Gruppe dazugehören will, oder an etwas Bestimmtes glauben möchte, um Halt und Sicherheit zu spüren und um sich selbst zu definieren.
Die meisten Menschen suchen keinen Halt in extremen Ausrichtungen (wie z.B. dem Fundamentalismus), sondern finden ihren Halt bei Freunden, in der Familie, in ihren Hobbies, vielleicht auch indem sie sich eine Aufgabe oder ein Ziel im Leben setzen.
Liebe Grüße Antonia
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