Ich mache mir gerade mal einfach so Gedanken zu dem Thema.
Was ist eigentlich so schlimm daran, dass an einigen Schulen eben nicht die Darwin-Evolutionslehre, sondern die Schöpfungsgeschichte gelehrt wird?
Wir sagen zwar, dass das beängstigend und alarmierend ist, aber warum eigentlich?
Ich würde mal sagen, es ist schlimm, weil die Schüler keine Chance haben, auch die wissenschaftliche Seite kennenzulernen. Außerdem kann man bei der Schöpfungsgeschichte nicht viel hinterfragen - und das ist wohl das schlimmste. Da ist das einfach so und so gewesen; Gott erschuf die Welt in sieben Tagen! "Warum?" gibt's hier nicht. Denn es gibt nur eine Fassung der Genesis in der Bibel.
Bei der Evolutionstheorie kann man Fragen stellen, herumforschen oder es bleiben lassen. Auf jeden Fall kann man sich dafür faszinieren und muss nicht unbedingt hinnehmen, was einem erzählt wird. Hier bleibt einem der Glaube offen.
Beispiel: Wer nicht daran glaubt, dass der Mond durch einen auf die Erde geprallten Kometen entstanden ist, der hält ihn eben für ein Stück der Erde, das mal abbrach. Es gibt eben viele verschiedene Theorien, viele davon sind natürlich unsinnig (wenigstens für einige) , aber man kann das glauben was einem plausibler erscheint. Bekommt man jedoch die Schöpfungsgeschichte und nichts anderes vorgesetzt, so hat man gar keine Wahl, sondern muss einfach diese Tatsachen hinnehmen und sich zwangsläufig für sie begeistern.
Das finde ich das eigentlich Schlimme, dass diesen Schülern dann keine Initiative geboten wird.
An Schulen, wo sowohl Evolutionstheorie als auch Schöpfungsgeschichte gleichberechtigt gelehrt wird, finde ich sollte die Schöpfungsgeschichte nichts im Biounterricht zu suchen haben, sondern in Reli. In der Schöpfungsgeschichte erfährt man nichts von Zellen, Blutkörperchen, DNA oder ähnlichem.
Ich frage mich in diesem Zusammenhang, ob es wohl christlich-fundamentalistische Wissenschaftler gibt. Und wie gehen die damit um, wenn sie wissen, dass Zellen sich fortentwickeln können?
Fundamentalistische Christen halten sich als Menschen für die Krönung der Schöpfung. Haben sie vergessen (oder wollen sie einfach nicht wissen) dass Tiere wie Menschen aus mehr als nur ähnlichen Zellen aufgebaut sind?
Meiner Meinung nach, müssten alle fundamentalistischen Christen mit dem Bio-Unterricht allgemein auf Kriegspfad sein. Und tatsächlich verabscheuen sie ja auch die Wissenschaft.
Aber: Auch fundamentalistische Christen nehmen bestimmt hin und wieder mal Tabletten gegen Kopfschmerzen, Hustensaft oder andere Medikamente. Die Medizin ist ein wissenschaftliches Fach, welches die Biologie voraussetzt. Machen die Leute hier etwa eine Ausnahme?
Ich glaube die meisten machen sich gar nicht so viele Gedanken über so etwas, da es viel einfacher ist, nicht zu hinterfragen und halt einfach hinzunehmen.
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