Am 19. September 2006 sendete ARTE einen Themenabend über christlichen Fundamentalismus.
Dazu wurden 3 Beiträge gesendet:
1. "Von Göttern und Designern - Ein Glaubenskrieg erreicht Europa"
2. "Hexenkind - Folter im Namen Gottes"
3. "Missionare im Gleichschritt - Die "Jesus-Revolution-Army""
Zu den einzelnen Beiträgen wird auf der folgenden Internetadresse http://www.arte.tv/de/geschichte-gesellschaft/Christlicher-Fundamentalismus/Themenabend/1316966.html einiges Interessantes berichtet:
1. Fundamentalisten kämpfen gegen Darwins Evolutionstheorie. Aktuellen Umfragen zufolge glauben in England nur noch 48 Prozent der Bevölkerung an die Evolution, in Deutschland noch 61 Prozent.
Im Biologieunterricht in mindestens einer Privatschule und einer öffentlichen Schule in Deutschland wird die Schöpfungslehre als Alternative zur Evolution unterrichtet. In amerikanischen Schulen ist die Schöpfungslehre noch verbreiteter.
Kommentar:
Dieser Beitrag zeigt, wie weit verbreitet der Fundamentalismus ist und welche Gerfahr für alle Menschen daraus resultiert. Pessimistische Wissenschaftler befürchten durch den Fundamentalismus einen Rückfall ins Mittelalter. (Zur Erinnerung: Fundamentalisten bestreiten die Richtigkeit neuster Forschungsergebnisse und kritisieren den technischen Fortschritt und das vehement.)
2. Was jetzt kommt ist richtig schlimm: Europäischen Kindern wird in Afrika auf brutalste Weise der Teufel ausgetrieben.
"Teufelsaustreibung im Namen Jesu Christi. In England wurden mehrere Fälle schwerer Misshandlung bekannt, zuletzt starb ein Kind nach einer wochenlangen Tortur. Die Opfer gehören zur afrikanischen Gemeinde in England, die Täter sind Verwandte, oft die eigenen Eltern, begleitet vom allerhöchsten Segen evangelikaler freier Kirchen. Die britische Polizei hegt den Verdacht, dass die Kinder in den Kongo verschleppt werden, um dort exorziert zu werden."
Da die Opfer aber meistens aus Afrika stammen, könnte man vermuten, dass die Ursache des Problems nicht aus Europa, sondern aus Afrika stammt. Ich habe im Internet auch andere Informationen dazu erhalten, dass in Afrika kleine Kinder für Hexen gehalten werden und sie daher gequält werden um sie auszutreiben. Der Tod des Vaters wird zurückgeführt auf die Besessenheit eines Kindes, und das Kind wird so für den Tod des Vaters verantwortlich gemacht. Hier wird die akute Krise der kongolesischen Gesellschaft deutlich.
Allerdings geschieht die Verschleppung der Kinder in den Kongo mit dem Segen der Kirche.
3. Die Jesus-Revolution-Army ist eine fundamentalistische Sekte, die sich an junge Menschen (13-30 Jahre alt) richtet. Nach Angaben der Sekte hat sie 12.000 Mitglieder in 11 europäischen Ländern.
Die Jesus-Revolution-Army macht alles um modern und möglichst attraktiv auf junge Leute zu wirken. Sie vertreten jedoch die fundamentalistischen Überzeugungen. Hinter der lockeren Fassade herrscht militärische Disziplin.
Die "Armee Gottes" möchte die Jugend Europas erretten und sieht ihre Mission im Kampf gegen das Böse (Drogen, Abtreibung, Emanzipation der Frau, Sex vor der Ehe) ohne Kompromisse.
Warum junge Leute sich zu solchen Gruppen hingezogen fühlen?
Die Sehnsucht nach Sinn, nach klaren Regeln und exzessiver Spiritualität treibt sie oft zu fundamentalistischen Gruppen.
Außerdem gibt es weitere psychische Bedürfnisse, die für fundamentalistisch eingestellte Menschen typisch sind:
das Bedürfnis nach Sicherheit, Verankerung, Autorität, Identifikation, Perfektion, Einfachheit.
Lg Antonia
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